Unsere Zusatzausbildungen verlaufen berufsbegleitend. Die
Ausbildungsveranstaltungen finden in aller Regel an Wochenenden statt,
und zwar von Freitag abend bis Sonntag mittag, 1 Wochenende pro Monat,
also im Jahr 12 Wochenenden.
Das längere Intensiv-Seminar, das im Rahmen der 2 Jahre Ausbildungszeit
vorgesehen ist, wird in die Ferienzeit gelegt. Den Zeitpunkt, an
welchem das Intensiv-Seminar wahrgenommen wird, kann der Einzelne
selbst bestimmen. Der Terminplan wird spätestens im April des Jahres
zuvor ausgegeben, so dass frühzeitige Planung möglich ist. Bei diesem
zeitlichen Konzept kann der Grundberuf uneingeschränkt fortgeführt
werden und die finanzielle Belastung bleibt tragbar. Wichtige Bereiche
der Ausbildung, nämlich die Einzel-Lehrtherapie und die regionalen
Kleingruppen, können die Teilnehmer in aller Regel in ihrer Region
wahrnehmen.
Die Ausbildung in Gestaltberatung umfasst insgesamt 469 Ausbildungsstunden (für den DVG-Abschluss 950 Ausbildungsstunden.)
Die Ausbildungsstruktur ist bestimmt von der Triade Selbsterfahrung,
Theorie und Praxis.. Nach dem Schwerpunkt Selbsterfahrung im 1. Jahr
verschiebt sich die Gewichtung auf die Theorievermittlung und
Praxisanwendng.. Steht am Anfang also der kontinuierliche
Selbsterfahrungsprozess im Vordergrund, wird dieser später zunehmend
ergänzt durch thematische Information und Reflexion, durch die
Anwendung des Gelernten in der therapeutischen Arbeit, zunächst in
Kleingruppen, später in der Gesamtgruppe und dann in supervidierten
gestalttherapeutischen Beratungen mit Klientinnen und Klienten.
Ein dynamischer Ausgleich zwischen Kontinuität und Vielfalt ist ein
weiteres Strukturmerkmal der Ausbildung. Am Anfang der Ausbildung, wenn
die Arbeitsweise, die Ausbilder und die Seminarhäuser noch ungewohnt
und neu erscheinen, setzen wir auf Kontinuität durch geringen Wechsel
der Ausbilder und Tagungshäuser. Zu Beginn wird die Ausbildungsgruppe
überwiegend von dem Bezugsausbilder/der Bezugsausbilderin geleitet; das
ermöglicht die erforderliche Kontinuität. Später erfolgt in zunehmendem
Maße Wechsel mit anderen MitarbeiterInnen des Ausbilderteams. Dadurch
erfahren die Teilnehmer eine größere Vielfalt an Therapie-Stilen und
können leichter einen eigenen Stil entwickeln. So wird auch der Gefahr
vorgebeugt, dass die gestalttherapeutische Arbeitsweise ausschließlich
über Modell-Lernen angeeignet wird ohne authentisches
Gesamtverständnis. Denn nur bei integrierter und gewachsener
„Einverleibung" der Ausbildungsinhalte kann der einzelne später
Interventionen und Techniken hervorbringen, die auf die Einzigartigkeit
des Klienten und der Situation bezogen und der Situation angemessen
sind.
Einstieg in die Ausbildung
Zugangsvoraussetzungen
Unsere Ausbildung steht folgenden Personengruppen offen:
• AbsolventInnen eines Hochschul- oder Fachhochschulstudiums in einem
Studiengang der Sozial- oder Humanwissenschaften, im Kommunikations-
oder Personalbereich (Lehramt, Pädagogik, Sozialpädagogik, Medizin,
Psychologie, Theologie, Kommunikation, Personal), auch StudentInnen
höherer Semester
• HeilpraktikerInnen, ErgotherapeutInnen und anderen Berufsgruppen des Sozial- oder Gesundheitsbereichs
• Personen ohne Hochschul-oder Fachhochschul-abschluss oder
AbsolventInnen anderer Fachrichtungen bei persönlicher und fachlicher
Eignung
Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen bezüglich der Einstiegsvoraussetzungen haben. Wir geben gerne nähere Auskunft.
Das Orientierungs- und Auswahlseminar (Einführungsseminar, 16 Ausbildungsstunden)
Wie die schematische Darstellung unseres Ausbildungsplanes zeigt,
nehmen die BewerberInnen für die Ausbildung vor dem Einstieg in die
Aus-bildung zunächst an einem Auswahlseminar teil (Freitag abend bis
Sonntag mittag).
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Schwerpunkt
liegt dabei auf gestalttherapeutischer Gruppenarbeit, ergänzt durch
Informationseinheiten. Sowohl vom Setting als auch vom inhaltlichen
Ablauf her ist das Auswahlseminar weitgehend identisch mit
Wochenend-Seminaren im ersten Ausbildungsjahr. Dadurch können sich die
Teilnehmer besser ein Bild machen von dem, was auf sie zukommt, wenn
sie mit der Ausbildung beginnen, lernen also einen kleinen Ausschnitt
von gestalttherapeutischen Methoden kennen und erleben Gefühlsprozesse
der Gruppenarbeit. Sie machen dabei möglicherweise erstmals Erfahrung
mit Gestalttherapie und kommen in Kontakt mit dem Institut.
Die Institutsmitarbeiter können durch die per-sönliche Begegnung
deutlicher erkennen, inwieweit bei den einzelnen Bewerbern die
personalen und fachlichen Voraussetzungen für die Anforderungen der
gestalttherapeutischen Zusatzausbildung ge-geben sind. Die
TeilnehmerInnen erhalten aufgrund der Informationen und Erfahrungen
Klarheit, ob diese Ausbildung dem entspricht, was sie sich vor-gestellt
und was sie gesucht haben.
Die aktuellen Termine ersehen Sie in unseren aktuellen Beilagen. Die
Anmeldung zum Auswahl-seminar ist telefonisch, per Post oder E-mail
möglich. Sie erhalten dann eine Anmeldebestätigung mit weiteren
Informationen.
In Einzelfällen kann anstelle eines Auswahlseminars auch ein Einzelgespräch vereinbart werden.
Ablauf der Ausbildung
Selbsterfahrung in der Ausbildungsgruppe(128 Ausbildungsstunden, erste 8 Wochenenden)
Die ersten 8 Wochenenden der Ausbildung sind der Selbsterfahrung
vorbehalten. Neben der Bearbeitung von Themen, die die
AusbildungsteilnehmerInnen mitbringen, erfolgen Reflexionen zum
Gruppenprozess und zur Persönlichkeitsstruktur der einzelnen
Mitglieder. Zum Training einzelner therapeutischer Basis-Fähigkeiten
(z.B. Awareness, basic skills, Geben und Annehmen von Feedback) werden
gezielte Übungen eingesetzt.
Selbsterfahrung in Intensiv-Seminaren (66 Ausbildungsstunden)
Im Verlauf der gesamten Ausbildung ist 1 Intensiv-Seminare von 2 Wochen
Dauer vorgesehen. Die TeilnehmerInnen kommen aus verschiedenen
Ausbildungsgruppen. Die Intensiv-Seminare bilden eine wertvolle
Ergänzung zur Selbsterfahrung in der Ausbildungsgruppe. Die zweiwöchige
fortlaufende Arbeit ermöglicht eine Vertiefung der Prozessdynamik; nun
können auch solche „Brocken" bearbeitet werden, für die sonst die Zeit
zu kurz ist.
Einzel-Lehrtherapie (40 Sitzungen)
Bereits im 1. Ausbildungsjahr beginnen die Teilnehmer mit der
Einzel-Lehrtherapie. Aus einer größeren Liste von LehrtherapeutInnen,
die vom Institut als solche anerkannt sind, wählt der einzelne
Teilnehmer eine(n) Lehrtherapeuten(in) aus.
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Da
wir deutschlandweit und darüber hinaus LehrtherapeutInnen haben, sind
in der Regel keine weiten Wegstrecken zu bewältigen. Normalerweise wird
pro Woche 1 Sitzung vereinbart, die Ferien ausgenommen. Etwa die Hälfte
der Sitzungen wird bei einer weiblichen Therapeutin, die andere Hälfte
bei einem männlichen Therapeuten wahrgenommen. Einschlägige
Vorerfahrungen können nach Prüfung z.T. angerechnet werden.
Die Einzelarbeit ermöglicht in sehr individueller Weise, den
Wachstumsprozess der Individuation zu fördern. So können wichtige
lebensgeschichtliche Situationen und Verhältnisse eingehender und
subtiler zur Bearbeitung kommen als dies in der Gruppen-Selbsterfahrung
möglich ist. Auch die Beziehung zum Therapeut(in) kann hier wesentlich
kontinuierlicher entfaltet und reflektiert werden, was eine nachhaltige
Arbeit an der Charakterstruktur ermöglicht.
Einzelarbeit und Gruppenarbeit haben jeweils ihre eigene Qualität und ergänzen und unterstützen sich gegenseitig.
Theorie und Methodik (192 Ausbildungsstunden)
Die Erarbeitung der Theorie und Methodik erfolgt vor allem im 2. Jahr
und zwar innerhalb der Ausbildungsgruppe. Es hat sich erwiesen, dass
von Selbsterfahrung abgetrennte Vermittlung theoretischer und
methodischer Kenntnisse relativ geringe Lerneffekte erbringt. Darum
üben sich die Ausbilder in der Kunst, die theoretischen und
methodischen Inhalte erlebbar und erfahrbar zu machen, an der
Selbsterfahrung darzustellen und zu reflektieren.
Um andererseits die erforderliche Systematik zu erreichen, die hilft,
die geistigen Zusammenhänge erfassen zu können, werden
Informationseinheiten einbezogen und Skripte (mit Literaturangaben) für
die häusliche Arbeit und für die Erarbeitung in den Kleingruppen
ausgegeben. Auch Video-Aufzeichnungen werden zur Veranschaulichung
einbezogen.
Kollegiales Tutorium (Kleingruppe) (75 Ausbildungsstunden)
Ab
Ausbildungsbeginn treffen sich die TeilnehmerInnen im Abstand von ca. 3
Wochen in regionalen Gruppen zur Vertiefung der Ausbildung. Unter
Anleitung der Bezugsausbilderin/des Bezugsausbilders übernehmen die
TeilnehmerInnen abwechselnd die Leitung der Kleingruppe. So ist die
Arbeit mit Gruppen von Anfang an Bestandteil der Ausbildung.
Inhalte der Treffen können sein: Selbsterfahrungsprozesse (z.B.
Awareness-Übungen), Einübung therapeutischer Fertigkeiten und
Kom-petenzen (z.B. mittels spezifischer Übungen oder Triadenarbeit)
oder Fallsupervision.
Prüfungen
Die Prüfung „Gestaltberatung“
Nach dem 2. Ausbildungsjahr erfolgt eine schriftliche und eine
mündliche Prüfung. Die mündliche (Colloquium) hat den Charakter eines
Screenings; beleuchtet wird die persönliche und fachliche Entwicklung
während der beiden Jahre einschließlich der Theorie-Verarbeitung.
Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Hausarbeit. Ein
selbstgewähltes Thema aus der Gestalttherapie (z.B: Regulation des
Selbstwertgefühls) wird auf die eigene Entwicklung, besonders während
der bisherigen Ausbildung, bezogen. Aber auch die Bedeutung dieser
Thematik für die Anwendung in der Therapie kann dargestellt werden. Bei
bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über den
Abschluss in Gestaltberatung.
Die Prüfung „GestaltberaterIn DVG“
Die Abschlussprüfung für den Abschluss „GestaltberaterIn DVG" erfolgt nach 3 Jahren. Sie umfasst ein Einzel-Prüfungsgespräch.